Exzellenz durch kluge Köpfe und einzigartige Infrastrukturen

Wissenschaftliche Basis in der
Region
im Themenfeld Bioökonomie

Im Rheinland ist in den letzten Jahren eine einmalige Wissenschaftslandschaft zur Bioökonomie entstanden. Hier ist bereits viel Aufbauarbeit in Bezug auf Wissensbasis, Netzwerkbildung, Kommunikation und Koordination geleistet worden. Einrichtungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck Gemeinschaft, Leibniz Gemeinschaft, Ressortforschung), Universitäten, (Fach-) Hochschulen, Forschungsverbünde sowie Kompetenzcluster mit Themenschwerpunkten in der Bioökonomie sind in der Region verortet und bringen exzellente Bioökonomie-Expertise mit. Hier muss sich um den Fokus Strukturwandel eine noch engere Verzahnung der Forschungslandschaft entwickeln. Gelingt dies im Rheinischen Revier im Thema Bioökonomie, könnte dies bundesweit Modell-charakter auch über die Bioökonomie hinaus entwickeln. So soll die optimale Nutzung der vorhandenen Potenziale im Struktur-wandel realisiert und die Kooperation zwischen den Forschungsorganisationen, Hochschulen und Universitäten der Region gemäß ihrer Rolle im Innovationssystem ausgebaut werden.

Der Mix aus Universitäten, Fachhochschulen und Forschungszentren und -verbünden oder Technologie-Clustern bietet ein herausragendes komplementäres Potenzial für die Wissensgenerierung, dem Technologie- und Wissenstransfer und die lokale Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte. Alle diese Einrichtungen sind bereits im Thema Bioökonomie aktiv, entweder durch die fachlichen Schwerpunkte (z.B. Biotechnologie, Pflanzenwissenschaften, Verfahrenstechnik, (Sozio-)Ökonomie) oder auch durch die Integration des Themas Bioökonomie in ihre Forschungsstrategien. Neben Forschungsprojekten hat die Region in der
vergangenen Dekade auch in der institutionell geförderten Forschung ein einmaliges Portfolio aufgebaut: das Forschungszentrum Jülich hat die Bioökonomie neben der Information und der Energie als zentrales Zukunftsthema positioniert. Die Fraunhofer-Gemeinschaft (FhG) betreibt Bioökonomie-Forschung am FhG IME in Aachen und im weiteren Umfeld am FhG Umsicht (Oberhausen). Das Leibniz-Institut für Interaktive Materialien wurde 2013 neu aufgestellt. Das MPI für Pflanzenzüchtungs-forschung in Köln arbeitet an der Innovation von Pflanzen und Pflanzen-Mikroben-Interaktionen und das Biotechnologie-Cluster CliB2021 hat sich als Interface zwischen Industrie und Forschung verstetigt.

Außergewöhnlich ist der integrierte Ansatz zur Bioökonomie, den die Region exemplarisch vorantreibt: das Bioeconomy Science Center (BioSC) ist eine weltweit einmalige Einrichtung, in der disziplinär exzellente Forscher an integrierten und systemischen Lösungen mit Praxisbezug forschen. Wissenschaftler aus den Disziplinen „Nachhaltige Bioproduktion und Ressourcenschutz“,
„Verfahrenstechnik nachwachsender Rohstoffe“, „Mikrobielle und molekulare Stoffumwandlung“ und „Ökonomie und gesellschaftliche Implikationen“ arbeiten in integrierten Projekten seit Jahren zusammen. Als Leuchtturmprojekt zur Bioökonomie bündelt das BioSC die Bioökonomie-Forschung der Universitäten Bonn, Düsseldorf, RWTH Aachen und des Forschungszentrums
Jülich. Thematisch fokussiert die Forschung auf die Integration der vier Disziplinen zu großen Fokusthemenfeldern, die nur gemeinsam adressiert werden können.

Fokusthemen

  1. Intelligentes Management von pflanzlichen Produktionssystemen

  2. Integrierte Bioraffinerien für nachhaltige Produktion und Prozessierung

  3. Modulare Biotransformationen für hochwertige Chemikalien

  4. Ökonomie, Strategien und Konzepte

Experiment

Darüber hinaus soll am BioSC eine transdisziplinäre Kompetenzplattform „Ökonomie, Gesellschaft und Innovation“ aufgebaut werden. Zentrales Ziel der Förderung des BioSC ist die Integration von disziplinären Kompetenzen hin zu systemischen Lösungen. Um diese Forschungsstrukturen zu etablieren und langfristig zu nutzen, fördert das Land NRW das BioSC seit 2012 mit insgesamt 5,8 Mio. €/ Jahr bis ins Jahr 2022.

Außerdem verfügt die Region über eine sehr hohe Qualität in den einzelnen Forschungsdisziplinen der Bioökonomie. Dies wird besonders durch den Erfolg der Bioökonomie-Region in der Exzellenz-Initiative deutlich: die Cluster CEPLAS und TMFB haben bereits in der vergangenen Förderphase der Exzellenz-Initiative (2012 bis 2018) an Grundlagen zur Entwicklung von effizienten Pflanzen und Nutzung von Biomasse in alternativen Kraftstoffkonzepten geforscht. Die kürzlich bewilligten Exzellenzcluster CEPLAS2 und PhenoRob sind die beiden einzigen auf Pflanzen- und Agrarinnovation ausgerichteten Cluster in Deutschland. Sie kombinieren Pflanzen- und Agrarwissenschaften mit Informationstechnologie, Robotik, Modellierungs- und Datenwissenschaften und sind damit Vorreiter für digitale Züchtung und Landwirtschaft. Das ebenfalls kürzlich bewilligte Exzellenzcluster Fuel Science Center der RWTH Aachen fokussiert auf adaptive Umwandlungssysteme für erneuerbare Energie- und Kohlenstoffquellen und hat damit auch unmittelbare Bezüge zu Bioökonomie und zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Damit sind an allen Universitäten der Region (RWTH Aachen, Universitäten Bonn, Düsseldorf und Köln) Exzellenzcluster mit Bezug zur Bioökonomie vorhanden. Das Forschungszentrum Jülich ist in jedem der drei Exzellenzcluster zentraler Partner.

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Dr. Christian Klar
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